Was kostet ein Privatarzt 2026? Honorare, GOÄ und wann es sich lohnt

Ein Privatarztbesuch kostet 2026 zwischen 50 und 300 Euro pro Konsultation, je nach Fachrichtung und erbrachter Leistung. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), die bis zum 3,5-fachen des Grundsatzes erlaubt.

Wer als gesetzlich Versicherter zum Privatarzt geht oder eine privatärztliche Zusatzleistung in Anspruch nimmt, zahlt die Rechnung zunächst selbst und muss sie anschließend zur Erstattung einreichen – bei Zusatzkrankenversicherung, oder direkt aus eigener Tasche. Dieser Ratgeber erklärt, wie die GOÄ-Abrechnung funktioniert und was typische Leistungen 2026 kosten.

Wie rechnen Privatärzte ab?

Die Abrechnung von Privatärzten richtet sich nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Jede Leistung hat einen Punkte­wert und einen Grundsatz in Euro. Der Arzt darf – mit Begründung – einen Steigerungsfaktor zwischen 1,0 und 3,5 anwenden. Der häufigste Satz in der Praxis ist der 2,3-fache Satz für persönliche ärztliche Leistungen.

Beispiel: Vollständige internistische Untersuchung (GOÄ Nr. 7) – Grundsatz 14,57 €, beim 2,3-fachen Satz = 33,51 €, beim 3,5-fachen Satz = 51 €.

Was kostet ein Privatarzt-Termin je Fachrichtung?

Fachrichtung Typische Kosten pro Termin
Allgemeinmedizin / Erstgespräch 50–120 €
Internist (Vorsorgeuntersuchung) 80–200 €
Dermatologe (Hautcheck) 60–150 €
Orthopäde (Erstuntersuchung) 80–180 €
Augenarzt (Refraktion + Untersuchung) 60–130 €
Gynäkologe (private Krebsvorsorge) 60–150 €
Psychiater (Erstgespräch, 50 Min.) 150–300 €

Wann lohnt sich ein Privatarztbesuch für gesetzlich Versicherte?

Gesetzlich Versicherte gehen dann zum Privatarzt, wenn kürzere Wartezeiten wichtig sind (Fachärzte mit GKV-Wartezeiten von 3–6 Monaten), wenn eine Leistung nur privat angeboten wird (z. B. bestimmte präventive Diagnostik, Wunschkaiserschnitt), oder wenn ein bestimmter Arzt nur Privatpatienten behandelt. Für Routineversorgung ohne Zeitdruck ist der Kassenarzt in der Regel wirtschaftlicher.

Was erstattet die private Krankenversicherung oder Zusatzversicherung?

Vollversicherte (PKV) werden nach GOÄ abgerechnet und erhalten die Kosten je nach Tarif zu 80–100 % erstattet. Bei gesetzlich Versicherten mit ambulanter Zusatzversicherung hängt die Erstattung vom Tarif ab – manche Tarife übernehmen bis zu 100 % der GOÄ-Kosten, andere nur bestimmte Fachrichtungen oder nur den 1,8-fachen Satz.

Was sind IGeL-Leistungen und was kosten sie?

Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) sind Privatleistungen, die der Arzt über GOÄ abrechnet, ohne dass die GKV zahlt. Häufige Beispiele: Glaukom-Früherkennung (20–40 €), Ultraschall zur Krebsvorsorge (50–120 €), Sportmedizinische Belastungsuntersuchung (80–200 €). Der IGeL-Monitor der MDS bewertet viele IGeL kritisch – nicht jede Privatleistung hat einen nachgewiesenen Nutzen.

Fazit: Transparenz vor dem Termin einfordern

Privatärzte sind zur schriftlichen Aufklärung über Kosten verpflichtet, bevor eine IGeL-Leistung erbracht wird. Wer unsicher ist, sollte vorab fragen, welchen GOÄ-Faktor der Arzt ansetzt und ob es günstigere Alternativen über die Kasse gibt. Bei Kostenvoranschlag-Pflicht gilt: ab 230 Euro brutto muss ein Voranschlag ausgehändigt werden.

→ Alle Gesundheitskosten im Überblick: Gesundheit & Pflege Ratgeber 2026